Nutrition 2019

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Nutrition 2019: Ernährung – „Gewissheit“ im Fluss!

18. Dreiländertagung im Festspielhaus Bregenz

Vom 16. bis 18. Mai 2019 war das Festspielhaus Bregenz das Zentrum der Ernährungsmedizin: Mehr als 100 Experten aus den Bereichen Ernährung und Ernährungsmedizin kamen nach Bregenz, um ihre Erkenntnisse mit über 900 Teilnehmern aus dem Gesundheitswesen zu teilen.

Die Ernährung hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben zunehmend Einfluss auf unseren Speiseplan. Was vor KURZEM noch als ernährungswissenschaftliche Sensation galt, ist MORGEN  wohlmöglich bereits veraltet. Unser Wissen über Ernährung ist im Fluss – aber fließt es nicht zu schnell?

Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Klinische Ernährung, die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin und die Gesellschaft für klinische Ernährung Schweiz haben die 18. Dreiländertagung, die NUTRITION 2019 organisiert, mit der Intention Orientierung zu geben und evidenzbasierte Entscheidungen zu fördern um den Fluss einer erfolgreichen Ernährungstherapie aufrechtzuerhalten.

 

Im Folgenden einige Auszüge aus dem Kongressprogramm:

Dr. Margareta Büning-Fesel vom Bundeszentrum für Ernährung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung referierte über die Rolle von neuen Medien auf Ernährung. Sie plädierte für Nutzung von Apps als Ergänzung zu Ernährungsberatung durch qualifizierte Fachkräfte. Sie riet Ernährungsfachkräften außerdem dazu, sich vermehrt im Netz sichtbar zu machen, um den Konsumenten Verunsicherung zu nehmen, die durch den Informationsüberfluss im Internet im Bezug auf Ernährung oftmals entstehen kann.

Univ.- Prof. Dr. Sonja Fruhwald von der Medizinischen Universität Graz (Anästhesiologie & Intensivmedizin) referierte über Ethik in der Ernährungsmedizin. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen standen Überlegungen zu Fragen der Ernährung am Ende des Lebens. Im Endstadium einer Erkrankung führe eine Ernährungstherapie aber nicht mehr zur Gesundung oder Verbesserung des Patientenzustandes, sondern führe teilweise zu einer schweren Belastung für den Patienten. Die Entscheidung, eine Ernährungstherapie nicht zu beginnen oder abzubrechen, ist sehr schwierig und sollte immer im Konsens mit dem gesamten Behandlungsteam getroffen werden.

Mit dem Aspekt der Mangelernährung onkologischer Patienten setzte sich Patrick Clemens von der Abteilung für Radiologie am Landesklinikum Feldkirch auseinander. Laut ihm ist die Hälfte aller onkologischen Patienten mangelernährt, und leiden daher unter Verlust an Muskulatur und Körpergewicht. Dadurch kommt es zu einer Verschlechterung der Prognose für den Patienten. Eine Mangelernährung sollte möglichst früh erkannt und entgegengewirkt werden.

Prof. Stephan Bischoff vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim ging auf Allergien ein. In der westlichen Welt leiden 2 – 5 % an Allergien und 5 – 15 % an Intoleranzen. Bei den Allergien vermutet man einen Zusammenhang mit der Hygienetheorie (= „Weniger bakterielle und virale Infekte durch bessere Hygiene führen zu mehr Allergien und Autoimmunerkrankungen.“). Bei den Intoleranzen können Zusatzstoffe und natürlich vorkommende Lebensmittelchemikalien bei manchen Personen individuelle Symptome hervorrufen, was allerdings schwer nachweisbar ist. Die kurzfristige Elimination von gewissen Convenience Produkten kann zu Verbesserungen führen. Von einer zu strikten Einschränkung der Lebensmittelauswahl ist allerdings abzuraten, da sie besonders bei Kindern und Jugendlichen zu einem Nährstoffmangel führen können.

Prof. Dr. Werner Weitschies von der Universität Greifswald thematisierte die Interaktionen zwischen Pharmaka und Ernährung. Wesentliche Punkte: richtiger zeitlicher Abstand der Einnahme, Nebenwirkungen auf den GIT.

Ass.- Prof. Mag. Dr. Petra Rust vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien beleuchtete die Frage, wie man gesundes Essen für Kinder attraktiv gestalten kann. Wesentlich seien als Vorbilder die Eltern und Pädagogen, von ihnen lernen die Kinder durch Beobachten und Imitieren. Wesentliche Empfehlungen: gemeinsames Essen am Familientisch, Experimentieren und neue Lebensmittel ausprobieren. Wichtig ist es, dass für die Kinder die gesunde Wahl erleichtert wird an Buffets und Schulkantinen.

Literatur zu den Themen liegen bei den jeweiligen Experten oder unter office@ake-nutrition.at auf.

 

Die Ernährungsforschung spielte ebenfalls eine große Rolle. Über 50 Abstracts-Einreichende präsentierten ihre aktuellen Arbeiten in spannenden Kurzvorträgen und Postern. Wissenschaft, die zu Erfolg führt: Über 300-500 Euro konnten sich die Gewinner der vier Abstract-Preise freuen:

·         Stefanie Berger, BSc, MSc: „Aus der Praxis in die Praxis!“ Ernährungsmedizinische Dokumentation im Arztbrief- ein Beispiel für erfolgreiche integrierte Versorgung im Bereich der Ernährungsmedizin“

·         Kristina Franz, MSc: „Ernährungssituation bei älteren Patienten mit Wundheilungsstörung bei Krankenhausaufnahme“

·         Jasmin Weber, MSc: „Schwere kognitive Einschränkungen und Immobilität erhöhen das Risiko einer Mangelernährung bei deutschen Pflegeheimbewohnern – Ergebnisse des nutritionDay Projektes“

·         Franziska Wilke: „Kurzzeiteinfluss von alkohol- und zuckerhaltigen Getränken auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei jungen, gesunden Erwachsenen: randomisierte, kontrollierte Cross- over Studie

Neben dem wissenschaftlichen Programm erwarteten die Teilnehmer eine Ausstellung mit zahlreichen Unternehmen, Institutionen und Organisationen aus der Lebensmittel-, Pharma- und Medizintechnik-Branche sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Beim Get-Together in der Industrieausstellung spielten bei deftigem lokal typischen Essen die "Bauernfänger" auf und luden zum Tanz ein. Die Region zeigte sich von ihrer besten Seite, was den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Michael Hiesmayr, Prim. Doz. Dr. Alexander de Vries, Prof. Dr. Sonja Fruhwald, sowie die Organisatoren Mag. Dr. Romana Schlaffer, BSc BSc Markus Györgyfalvay und OA Dr. Patrick Clemens besonders freute.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Teilnehmern, Referenten und allen Mitwirkenden für ihren Beitrag zum Gelingen dieser Dreiländertagung.